Eine Website ist nach dem Launch selten fertig.

Texte ändern sich, ein neues Angebot kommt dazu, Bilder müssen ausgetauscht werden oder es entsteht die Idee für eine zusätzliche Funktion. In vielen Fällen beginnt dann ein kleiner Abstimmungsprozess: Nachricht schreiben, Änderung beschreiben, Rückfragen klären, Umsetzung prüfen.
Für eine Website, die ich gerade gebaut habe, teste ich dafür einen anderen Ansatz.
Die Seite ist individuell entwickelt. Der technische Unterbau ist aber gar nicht der interessante Teil. Spannend ist die Verbindung zu Hermes: Der Kunde kann Inhalte, Designwünsche und Ideen für neue Funktionen direkt über Discord anstoßen.
Zum Beispiel so:
„Ändere den Text auf der Startseite.”
„Die Farben wirken zu kühl.”
„Wir brauchen noch eine Seite für dieses Angebot.”
Aus solchen Nachrichten werden strukturierte Arbeitsaufträge. Hermes kennt den Kontext der Website, kann Änderungswünsche einordnen und die Umsetzung vorbereiten. Kleinere Anpassungen lassen sich direkt erledigen. Bei größeren Änderungen, Designentscheidungen oder neuen Funktionen schaue ich vorher drauf.
Klare Grenzen statt blindem Automatismus
Das ersetzt kein Konzept und keine saubere Abstimmung. Eher im Gegenteil: Damit das zuverlässig funktioniert, müssen die Grenzen vorher klar sein.
Was darf direkt passieren? Was braucht einen Review? Welche Bereiche bleiben bewusst gesperrt?
Ich habe dafür feste Regeln definiert. Die KI kann vorbereiten und klar abgegrenzte Änderungen umsetzen. Bei allem, was die Struktur, das Design oder die Funktion der Website wesentlich verändert, bleibt die Entscheidung bei mir.
Kommunikation kann die Oberfläche sein
Nicht jeder Kunde möchte oder sollte sich mit einem WordPress-Backend beschäftigen. Viele können sehr klar formulieren, was sie brauchen. Warum also nicht genau dort ansetzen?
Die Kommunikation wird damit zur Oberfläche. Der Kunde beschreibt eine Änderung so, wie er sie auch sonst beschreiben würde. Im Hintergrund wird daraus ein nachvollziehbarer Prozess, statt dass die Anfrage in einer E-Mail-Kette verschwindet.
Das macht eine Website nicht automatisch besser. Aber der Weg von „Da müsste sich etwas ändern” zu „Das ist umgesetzt” kann deutlich kürzer werden.
Ein praktischer Einsatz für KI im Webdesign
Für mich ist das einer der sinnvolleren Einsätze von KI im Webdesign: als bessere Verbindung zwischen Kunde, Idee und Umsetzung.
Ob dieser Ansatz für jedes Projekt passt, weiß ich noch nicht. Für Websites mit laufenden Änderungen und Kunden, die lieber eine Nachricht schreiben als sich in ein Backend einzuarbeiten, könnte er aber sehr praktisch werden.
Solche Fragen - wie KI sinnvoll in bestehende Arbeitsabläufe passt und wo klare Grenzen nötig sind - beschäftigen mich auch im KI-Coaching.